Überblick über moderne Drucktechniken

Seit Gutenbergs Zeiten im 15. Jahrhundert ist das Drucken eine der industriell wichtigsten Tätigkeiten. Zwar verlieren klassische Druckerzeugnisse wie Bücher und Zeitungen in jüngster Vergangenheit etwas an Bedeutung, aber in anderen Branchen bleibt die Druckerei so wichtig wie eh und je: Bestes Beispiel ist die Werbebranche. Egal ob Shirts, Verpackungen, Tassen oder Visitenkarten: Renommierte Unternehmen bringen den eigenen Namen nur dank moderner Drucktechnik näher an ihre Kunden. Wir stellen hier einige der gängigen Druckverfahren gegenüber.

Durch Druck zum Ziel – Ein Überblick über moderne Drucktechniken

Transferdruck

Dieses Verfahren wird auch Sublimationsdruck genannt. Dabei wird Farbe in das Druckgut durch hohe Hitze (etwa 230 Grad Celsius) und großen Druck eingedampft. Von einer Transferfolie wird das Motiv mittels Thermotransferpresse buchstäblich in das zu bedruckende Objekt übertragen. Der Transferdruck kommt oft bei aufwändigen Textildrucken vor, eignet sich aber auch, um Metall, Keramik, Glas oder andere Materialien zu bedrucken, um hochwertige und individuelle Werbegeschenke zu kreieren. Von Vorteil ist, dass Motive nicht nur in hochauflösender Fotoqualität aufgebracht werden können, sondern auch vollständig wasserfest und UV-beständig sind. Außerdem ist der Aufdruck auf dem Endprodukt nicht spürbar oder zu erfühlen, was ihn besonders bei Textilien beliebt macht. Zum positiven Image trägt außerdem die Umweltfreundlichkeit dieses Verfahrens bei: Es sind weder Lösungs- noch Bindemittel nötig, welche die Umwelt belasten könnten. 

Tiefdruck

Jeder hatte bereits ein Produkt in der Hand, das durch das Tiefdruckverfahren entstanden ist. Auch wenn es mit großem Aufwand und entsprechenden Kosten verbunden ist, taucht es recht häufig in unserem Alltag auf: Kataloge, Zeitschriften, Briefmarken und Banknoten entstehen beispielsweise mittels Tiefdruck. Dabei werden Vertiefungen in einer Druckplatte geschaffen, in welche Farbe eingefüllt wird. Durch großen Druck wird die Farbe dann auf das jeweilige Druckobjekt aufgebracht. Da bei diesem Verfahren auch Chemikalien zum Einsatz kommen, ist es weit weniger umweltfreundlich als der Transferdruck.  

Siebdruck

Auch als Durchdruckverfahren bezeichnet, hat der Siebdruck besonders durch Andy Warhol an Bekanntheit gewonnen. Der Künstler hat damit seine bekannten Portraits von Marilyn Monroe angefertigt. Beim Siebdruck wird ein Sieb mit Schablonen versehen, sodass nur an durchlässigen Flächen Farbe auf den zu bedruckenden Objekten aufgetragen wird. Mit verschiedenen Schablonen wiederholt man dieses Verfahren so oft, bis das gewünschte Ergebnis vorliegt. 

Offset

Dieses besonders schnelle Druckverfahren ist auch recht aufwändig: Auf vier Walzen, welche jeweils eine Grundfarbe (Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz) tragen, werden Chemikalien so aufgetragen, dass die Farbe nur an den gewünschten Stellen haftet. Nacheinander werden die Farben auf das zu bedruckende Material (in der Regel Papier) gepresst, welches die verschiedenen Walzen durchläuft. Weil die zu bedruckenden und die nicht zu bedruckenden Flächen auf derselben Ebene liegen, bezeichnet man das Offset-Verfahren auch als Flachdruck. Es kommt besonders bei sehr auflagenstarken Printmedien wie Katalogen oder Tageszeitungen zum Einsatz.

Digitaldruck

Jeder, der einen Drucker zu Hause benutzt, verwendet das Digitaldruckverfahren. Egal ob man einen Tintenstrahl- oder Laserdrucker bevorzugt, beide arbeiten nach demselben Prinzip: Beim Tintendrucker werden kleine Farbtropfen direkt zu Papier gebracht, der Laserdrucker pulverisiert den Toner vor dem Auftragen, um Ressourcen zu sparen. Das Digitaldruckverfahren eignet sich besonders für kleine Auflagen wie Visitenkarten, weil es sehr schnell und ohne großen technischen Aufwand realisierbar ist.

Hochdruck

Dieses recht teure Verfahren hat alle anderen begründet. Es ist das, was Johannes Gutenberg erfand und dieses Druckverfahren hat die Welt verändert. Die abzudruckenden Objekte sind hochstehend, was den Namen begründet. Da die Druckplatten schnell verschleißen und alles aufwändig spiegelverkehrt aufgetragen werden muss, findet der Hochdruck nur noch bei besonderen Gelegenheiten Verwendung: Zum Beispiel bei geringen Auflagen besonders hochwertiger Bücher.

Ohne Druck kein Produkt

Es gibt heute zahlreiche verschiedene Druckverfahren. Jedes davon hat seine eigenen Vor- und Nachteile sowie seine Daseinsberechtigung. Diese Vielfalt ermöglicht es Unternehmen, ihre Druckverfahren an das eigene Image anzupassen. Sei es, dass das Firmenlogo auf Verpackungen als Offsetdruck erscheint, Werbung durch Siebdruck entsteht oder durch Transferdruck aufwändige Werbegeschenke erstellt werden.


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