Was zählt das gedruckte Wort heute noch? Gastbeitrag

Das papierlose Büro ist im Gespräch und auch das Onlinemarketing ist stetig auf Vormarsch, während das Printmarketing anscheinend in der Versenkung verschwindet. Lohnt es sich in der digitalen Welt eigentlich noch in Printwerbung zu investieren oder sollten sich neue Unternehmen direkt zu reinen digitalen Unternehmen umwandeln?

Vom Start-up-Unternehmen zur Marke

Jedes Start-up-Unternehmen versucht, neue Kunden anzusprechen und mit der Zeit zu einer bekannten Marke zu werden. Zu Beginn steht dafür oft nur ein kleines Budget zur Verfügung. Viele Start-up-Unternehmen setzen daher erst einmal auf preisgünstiges Onlinemarketing. Das Problem besteht nur darin, dass der normale Internetnutzer inzwischen von der Werbung im Netz übersättigt ist. Eine Bannerblindheit hat eingesetzt, was bedeutet, die User nehmen die Anzeigen und Werbebanner im Internet nicht mehr bewusst wahr. Immer mehr Leute installieren auch Werbeblocker, um die als störend empfundene Werbung zu vermeiden.

Printwerbung bietet bei diesen Punkten einige Vorteile gegenüber dem Onlinemarketing. Gedruckte Kataloge oder Flyer fallen auf und auch großformatige Plakate in Innenstädten kann man weder blockieren noch ignorieren. Gesehenes bleibt einfach besser im Gedächtnis. Darüber hinaus wird Printwerbung auf hochwertigem Papier oft als glaubwürdig und zuverlässig empfunden. Doch auch beim Printmarketing gibt es Nachteile. So sind gerade aufwendige Drucke und Werbeanzeigen kostspielig und wer seine Printaktionen nicht gezielt plant, muss mit hohen Streuverlusten rechnen.

Printsachen Unerlässliche oder unnötige Werbemittel?

Viele gedruckte Marketingmittel waren noch vor gar nicht langer Zeit unersetzbar. Doch wie ist das heute und welche Printprodukte sind schon digitalen Alternativen gewichen?

Die Visitenkarte – Ein wichtiges Stück Papier

Die meisten Unternehmer besitzen ein aussagekräftiges Profil auf Webportalen wie Xing und Facebook. Visitenkarten drucken zu lassen, scheint daher fast altmodisch geworden zu sein. Dennoch haben sie in der Geschäftswelt durchaus ihre Existenzberechtigung, da sich Kontaktdaten auf diese Weise am schnellsten austauschen lassen. Besonders auf großen Veranstaltungen wie Messen oder Kongressen ist der Austausch von Visitenkarten leichter als den Gesprächspartner bei Xing zu suchen oder zu googeln. An diesen Orten ist außerdem oft ist das Handynetz überlastet und Internet nicht immer vorhanden.

Professionelles Briefpapier fällt auf.

Viele Start-up-Unternehmen überlegen, ob sich hochwertiges Briefpapier aus der Druckerei wirklich lohnt. Schreibprogramme wie Word bieten schließlich genügend Vorlagen zum Selbstausdrucken. Da viele Firmen so denken, stechen Geschäftsbriefe kaum noch aus der Masse heraus.

Beim Öffnen des Briefes erkennt man kaum noch, von wem er stammt. Gibt es jedoch ein ansprechendes Hintergrunddesign und ein aufgedrucktes Firmenlogo, steht das für eine seriöse und professionelle Arbeitsweise. Neue Unternehmen sollten sich den Umstand zunutze machen, dass die wenigsten Unternehmen kreative eigene Briefbögen verwenden und entsprechend handeln. Denn wer sich dem Trend widersetzt, fällt auf und bleibt positiv in Erinnerung.

Nützliche Firmenstempel

Auch wenn ein Großteil des Schriftverkehrs über E-Mails läuft, gibt es immer noch Briefe, die das Unternehmen per Post verschickt. Dazu zählen amtliche Schriftstücke wie Angebote und Verträge, aber auch Gruß- und Weihnachtskarten. Damit sich beim Adressieren der Umschläge keiner die Finger wund schreiben muss, ist es sinnvoll, einen Adressstempel im Büro zu haben. Und wenn sowieso einer benötigt wird, kann dieser auch gleich als Werbemittel mit einem kleinen Firmenlogo genutzt werden.

Werbeflyer zeigen Erfolge

Ob der Druck von Werbeflyern für Start-up-Unternehmen lohnenswert ist, hängt vor allem davon ab, was man erreichen möchte und wofür das Unternehmen wirbt. Ein regionaler Lieferservice kann mit Werbeflyern sicher seinen Kundenstamm erweitern. Wer dagegen deutschlandweit oder gar global agiert, muss schon ein gewaltiges Budget zur Verfügung haben, um überall Flyer auszuteilen. Werbeflyer sind keineswegs ausgestorben, müssen aber wirklich bewusst und gezielt eingesetzt werden.

Gedrucktes Guerillamarketing

Beim Guerillamarketing setzt der Werbende auf den Überraschungseffekt. Diese Form des Marketings definiert sich so, dass das Unternehmen mit einem möglichst kleinen Budget größtmögliche Aufmerksamkeit erzielt. Druck-Erzeugnisse wie innovative Verpackungsaufdrucke oder Aufkleber mit einer originellen Botschaft können besonders gute Dienste leisten. Wer Beispiele für Guerillamarketing betrachtet, erkennt, dass sie bei einem physischen oder gedruckten Objekt beginnen.

Guerilla-Kampagnen, die in der Onlinewelt starten, sind eher selten. Das Faszinierende beim gedruckten Guerillamarketing ist jedoch, dass es ohne Onlinemarketing kaum die nötige Aufmerksamkeit erfährt. Denn erst durch das Teilen und Weiterverbreiten in den sozialen Netzwerken finden diese Kampagnen großen Anklang und werden so zum Erfolg.

Ob Online- oder Printmarketing – beide Werbemittel sind nach wie vor wichtig und haben ihre speziellen Vorteile. Für Start-up-Unternehmen ist eine gezielte Mischung beider Formen sinnvoll. Dabei gilt genau zu überprüfen, mit welchen Werbemitteln Aufmerksamkeit erzielt wird und wie das Unternehmen auf möglichst günstige Weise bekannt wird.

Jasmin Schmidt ist Redakteurin bei Overnightprints. Recherchen zu Branchenentwicklungen im Druckbereich, neue Drucktechnologien sowie Marketingstrategien mit Printmedien und klimaneutrale Produktion gehören zu den bevorzugten Themengebieten.

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