Papierreste in einer Druckerei – Was passiert mit damit?

In einer Druckerei werden tagtäglich bis zu 5.000 Druckererzeugnisse der unterschiedlichsten Art gefertigt. Dabei entsteht neben den gewünschten Printsachen auch zahlreicher Müll, unter anderem auch Papierreste, wie Randstreifen oder Stanzbögen. Wir haben uns auf die Suche gemacht, was genau mit Papierresten in einer Druckerei passiert und wo diese am Ende landen.

Das passiert mit Papierresten in Druckereien

Vor allem im Druckbereich (Druckstraße) durch die Makulatur (beim Druck schadhaft gewordene oder fehlerhafte Bogen), aber auch in der Weiterverarbeitung / Veredelung durch Makulatur und Endbeschnitt, fallen Papierreste an, die je nach Auftrag 10 bis 25 Prozent des verwendeten Papiers betragen können. Diese Papierreste müssen, möglichst getrennt nach unbedruckter und bedruckter Ware, gesammelt und in den Papierrecyclingkreislauf eingespeist werden.

Autor: industrieblick / Fotolia.com

In größeren Druckereien können  direkt am Entstehungsort durch Absauganlagen  für Papierreste aufgenommen und pneumatisch zu einem Papierentsorgungszentrum transportiert werden, wo sie zu Ballen gepresst werden.

Altpapiermengen in Deutschland

In Deutschland wurden im Jahr 2011 22,6 Millionen Tonnen Papier, Karton und Pappe produziert. Dafür wurden 15,3 Millionen Tonnen Altpapier eingesetzt. Je mehr Papier wiederverwertet wird, desto weniger Holz muss für die Papierproduktion aufgewendet werden.

Zu einem hohen Anteil aus Altpapier hergestellt sind z. B. Verpackungspapiere und Karton (bis zu 100 %) sowie Zeitungspapier (die meisten Tageszeitungen werden auf Papier aus 100 % Altpapier gedruckt).

Papier wird in unterschiedlichsten Qualitäten recycelt und anschließend zu Hygienepapieren (Toilettenpapier, Papierhandtücher und Küchentücher) oder zu ungestrichenem Papier verarbeitet, das als Kopierpapier und Zeitungsdruckpapier Anwendung findet. Mittlerweile gibt es aufwändig hergestellte Kopierpapiere, die in ihren Verarbeitungseigenschaften mit Frischfaserpapier vergleichbar sind und sich auch im Weißgrad nur noch minimal von diesem unterscheiden. Auch bei der Herstellung höherwertiger Papiere wie für Zeitschriften werden mittlerweile recycelte Fasern eingesetzt.

Die Nachfrage nach Altpapier ist weltweit enorm gestiegen, was die getrennte Erfassung wieder attraktiver macht. Als Folge des gestiegenen Preises und der hohen Nachfrage bieten mehr und mehr Firmen den privaten Haushalten die kostenlose Altpapierentsorgung an, nachdem das Oberverwaltungsgericht Lüneburg im Januar 2008 die gewerbliche Sammlung für zulässig erklärt hat.

Fazit: Ein schonender und nachhaltiger Umgang mit dem Papier für Ihre Printsachen ist enorm wichtig. Jeder sollte darum bei der Wahl der Druckerei auf anerkannte Siegel wie DER BLAUE ENGEL, FSC®, PEFC™ oder EU ECOLABEL achten.

Silvio Endruhn

Erfinder von Printsachen.de | Mediadesigner und Ausbilder für Mediengestalter aus Köln | Printdesign, Webdesign & Multimediadesign


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