Online-Textildruck darauf solltest du achten | Gastbeitrag

Textildruck und insbesondere T-Shirt Druck ist ein komplexes Thema. Es gibt einfache und komfortable Online-Textildruck Systeme, die einem die Auswahl und Konfiguration erleichtern. Bei Fragen sollte man sich unbedingt von Experten beraten lassen.

Damit du dein Motiv in guter Qualität zu einem angemessenen Preis in Auftrag geben kannst, habe ich für dich einige grundlegende Tipps zusammengestellt. So weißt du genau worauf du beim Online-Textildruck achten solltest.

Das richtige Druckverfahren für dein Textildruck auswählen

Es gilt schon bei der Auswahl des Druckverfahrens auf einige Dinge zu achten. Je nach Anzahl der Textilien und der Druckfarben sowie der Komplexität des Motivs, eignet sich möglicherweise ein bestimmtes Druckverfahren für dein Vorhaben. Der Einfachheit halber beschränke ich mich nachfolgend auf die zwei wichtigsten Druckverfahren.

Siebdruck für Textilien

Der Siebdruck ist eines der bekanntesten Druckverfahren. Als Faustregel kann man sich merken: Je höher die Anzahl der Textilien ist, desto eher lohnt sich der Siebdruck.

 

Der Grund dafür ist einfach: die Kosten für die Erstellung der Siebe und Filme fallen pro Druckmotiv an. Das heißt in der Produktion entstehen die Kosten pro Auftrag, unabhängig davon ob ein Shirt oder 1000 Shirts in Auftrag gegeben werden.

Weiterhin beeinflusst die Anzahl der Farben im Motiv die Kosten für die Sieberstellung.
Es können standardmäßig bis zu 10 Vollfarben bedruckt werden. Erst bei hohen Auflagen ist es ökonomischer, auf einen speziellen Rastersiebdruck mit Farbseparation zurückzugreifen. Doch insbesondere bei komplexen Motiven und hohen Auflagen lohnt sich eine qualifizierte Beratung!

Digitaler Direktdruck für Textilien

Der digitale Direktdruck ist ein neueres Druckverfahren. Auch hier habe ich eine griffige Faustregel für dich: Je mehr Druckfarben dein Motiv enthält, desto eher lohnt sich der digitale Direktdruck.

Enthält dein Motiv also sehr viele unterschiedliche Farben und Farbverläufe, ist insbesondere bei geringer Auflage der digitale Direktdruck die günstigere Wahl. So können auch bereits Textilien in Einzelauflage zu vergleichsweise geringen Kosten produziert werden.

Außerdem gilt: Je komplexer das Motiv, desto eher eignet sich der Direktdruck. Wenn dein Motiv also komplexe Farbverläufe enthält (bspw. Fotos), ist meist der Direktdruck zu empfehlen.
Die Auflage sollte bei komplexen Motiven zwischen 50 und 100 Stück liegen.

Das Druckmotiv richtig anlegen für dein Textildruck

Deine Druckdatei hat großen Einfluss auf die Qualität des Drucks – das gilt nicht nur für den Textildruck, sondern auch für Poster, Sticker, Banner und andere Druckerzeugnisse. Es gilt entsprechend bei der Erstellung der Druckdatei einige wichtige Hinweise zu beachten.

Eine Druckdatei kann entweder als Vektordatei oder als Pixelgrafik erstellt werden. Wenn dir das Motiv in beiden Formaten vorliegt bzw. wenn du die Auswahl hast, solltest du immer das Vektorformat vorziehen.

Im Idealfall legst du die Druckdatei bereits in der gewünschten Druckgröße, mit der richtigen Anzahl an Druckfarben und ohne Hintergrund (z.B. Weißraum) an.

Aber keine Sorge: Professionelle Dienstleister schauen sich vor der Produktion noch mal ganz genau deine Druckdatei an, um dich ggf. auf Verbesserungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Bei den Druckdateien unterscheidet man zwischen zwei Grafikformaten:

Druckmotive in Vektorgrafiken sind besser geeignet für den Textildruck

Bei Vektorgrafiken ist es wichtig, dass du alle Schriften und Texte in Kurven bzw. Pfade konvertierst. Ein beliebtes Programm zur Erstellung von Vektorgrafiken ist bspw. Adobe Illustrator. Die vektorisierte Druckdatei sollte dann, je nach Anforderung der Druckerei, im .eps, .ai, .cdr oder.pdf Format geliefert werden.

Bei Druckmotive in Pixelgrafiken solltest du folgendes beachten

Bei Pixelgrafiken ist die Auflösung der Datei für die Druckqualität von entscheidender Bedeutung! Wenn die Auflösung zu gering ist, wirken insbesondere die Konturen oft unsauber. Empfehlenswert ist eine Auflösung von 300dpi. Grafiken von Webseiten weisen meist nur eine Auflösung von 72dpi auf und können daher nicht verwendet werden. Auch ein hochskalieren in Photoshop bringt keine Verbesserung der Auflösung, sondern verpixelt lediglich das Motiv.

Für den digitalen Direktdruck oder den Rastersiebdruck solltest du das Druckmotiv im RGB-Farbraum anlegen. Ein Farbauftrag von weniger als 5% (RGB bzw. CMYK in Summe) sollte vermieden werden.

Dein Motiv sollte, wie oben erwähnt, freigestellt sein. Für einen Direktdruck auf farbige Textilien ist das sogar zwingend notwendig! Alle Ebenen müssen gerastert und auf die Hintergrundebene reduziert werden. Dein Motiv sollte außerdem keine Halbtransparenzen (Alpha-Kanäle <100%) enthalten, wenn es im Digitaldruck produziert werden soll.

Vorhandene Halbtransparenzen erkennst du leicht daran, dass sich die Farben des Motivs bei unterschiedlichen Hintergrundfarben verändern. Du kannst dein Motiv also ganz einfach testen, indem du es auf verschiedenen Hintergründen ausprobierst. Die Druckdatei kannst du in der Regel, je nach Vorliebe des Dienstleisters, im .png, .jpg oder .tiff Dateiformat anliefern.

Du bist dir unsicher mit deiner Drucktadei? Dann lese dir hier Checkliste für deine Druckdaten durch.

Die Auswahl der Textilien für dein Textildruck

Das Textil hat ebenfalls einen maßgeblichen Einfluss auf das Endresultat. Aber auch mit günstigen Basic-Textilien lassen sich gute Druckergebnisse erzielen. Letztendlich hängt die Auswahl des Textils immer vom konkreten Bedarfsfall ab. Für Promoshirts können vergleichsweise günstigere Textilien genutzt werden, als z.B. bei Workwear für Handwerker oder hochwertigen Designer-Hoodies. Je nach Anforderung lohnt sich eine fachkundige Beratung!

Auch die Farbe der Textilien hat einen Einfluss auf die Druckkosten. Weiße Shirts sind in der Regel günstiger als farbige Shirts. Außerdem ist bei farbigen Shirts vor dem Druck eine Grundierung notwendig. Dieser Aufwand entfällt bei weißen Textilien, sodass weniger Druckkosten entstehen.

Die Auswahl des Druckdienstleisters

Der Druckdienstleister ist ebenfalls extrem wichtig für die Realisierung deiner Druckidee. Ein professioneller Anbieter bietet dir kurze Lieferzeiten, einen guten Service und eine große Auswahl qualitativer Textilien. Außerdem können moderne Druckdienstleister den gesamten Prozess online abbilden. Durch Online-Kalkulatoren mit transparenten Preisen – ohne die langwierige Einholung von Angeboten – kannst du dir schnell einen Überblick über die Kosten für dein Projekt verschaffen.

Bei der Auswahl des Dienstleisters solltest du im Vorfeld recherchieren und dir beispielsweise folgende Fragen beantworten:

  • Bietet der Dienstleister dein ausgesuchtes Druckverfahren an?
  • Kann ich direkt online meinen Druck konfigurieren und bestellen?
  • Sind die Preise transparent und online abrufbar?
  • Wie sind die Bewertungen des Dienstleisters?
  • Bietet der Dienstleister einen qualifizierten Service sowie professionelle Beratung?

Darüber hinaus bietet sich ein Anruf beim avisierten Dienstleister deiner Wahl an. So kannst du dir deinen ersten Eindruck verschaffen und die weiteren Schritte gemeinsam planen. Wenn du ein gutes Gefühl hast, dann nutze deine professionelle Druckdatei (s.o.), um tolle Textilien drucken zu lassen. Es ist ein einzigartiges Gefühl, seine selbstgestalteten Textilien auszupacken, zu tragen und schließlich der Welt zu zeigen!

Ich hoffe ich konnte dir in diesem Beitrag einen guten Überblick über die wichtigsten Aspekte zum Thema Online-Textildruck verschaffen. Ich wünsche ich dir viel Spaß und Erfolg bei deinem nächsten Textil-Projekt!

SvenVerborg ist ein Digital Native mit langjähriger E-Commerce-Erfahrung aus Köln. Er ist derzeit für das Web-To-Print Unternehmen Shirtigo tätig. Shirtigo betreibt u.a. die Online-Textildruckerei Shirtigo.de.

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