Laufrichtung – Schmalbahn oder Breitbahn?

Laufrichtung – Wichtig für Printsachen und Druckerzeugnisse

 

Warum Papiere eine Laufrichtung haben? Bei der industriellen Fertigung von Papieren wird der Zellstoff auf ein Sieb aufgebracht. Dabei richten sich die Fasern in Produktionsrichtung aus.

Darunter versteht man die Richtung, in welcher die Papiermasse über die Maschine gelaufen ist (Faserlauf). Bei der Entwässerung auf dem Sieb richten sich die Fasern hauptsächlich in ihrer Länge parallel zur Laufrichtung aus. Die Bahnbreite ist die Rollenbreite, in der das Papier auf der Papiermaschine gearbeitet ist. Sie läuft quer zur Laufrichtung.
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Diese ist für eine störungsfreie Druckabwicklung und die weitere Verarbeitung von großer Bedeutung. Die Papierbesteller sollten daher sorgfältig prüfen, in welcher Bahnbreite das Papier für den gedachten Zweck geliefert werden soll.

Schmalbahn oder Breitbahn

DIN 16544: Die Laufrichtung von Schmalbahn-Papieren läuft parallel zur langen Seite. Der Papierbogen liegt schmal in der Papierbahn. Die lange Kante liegt längs der gerichteten Papierfaser.

DIN 6725: Die Laufrichtung von Breitbahn-Papieren läuft parallel zur kurzen Seite. Der Papierbogen liegt breit in der Papierbahn. Die kurze Kante liegt längs der gerichteten Papierfaser.

Produktbeispiele bei den die Laufrichtung von Bedeutung sind:

 

  • Bücher: Laufrichtung des Papiers parallel zum Buchrücken
  • Offsetdrucke: parallel zur Achse des Druckzylinders
  • Karteikarten: parallel zur Höhe des Karteikastens
  • Abzugspapier: senkrecht zur Zylinderachse, im allgemeinen also Schmalbahn = 21 x 29,7 cm
  • Umdruckpapier: parallel zur Zylinderachse, im allgemeinen also Breitbahn = 29,7 cm x 21 cm
  • Kopier-, Laser- und Inkjetpapiere: senkrecht zur Trommel und Fixierstation, also Schmalbahn = 21 x 29,7 cm

Die Laufrichtung hat entscheidendem Einfluss auf das Ergebnis der Printsachen.

 

Bei der Buchherstellung sollen die Fasern parallel zum Buchrücken verlaufen, damit eine Wellenbildung vermieden wird und sich das Buch gut aufschlagen lässt. Auch Wechselbahn, die wegen der Ausnützung der Papiermaschinenarbeitsbreite nicht immer zu vermeiden ist, kann verwendet werden, wenn im Buch abwechselnd immer auf einen Bogen mit Laufrichtung parallel zum Buchrücken ein solcher mit der anderen Laufrichtung folgt.

Es ist zu empfehlen, vor Festlegung des Formats wegen der technischen Möglichkeiten Kontakt mit uns aufzunehmen.

Für das Falzen ist es in der Regel vorteilhaft, wenn die Laufrichtung parallel zum Falzbruch geht. Für Umschläge von Zeitschriften oder Broschüren, die lediglich geheftet werden, kann es der Festigkeit des Umschlags wegen vorteilhaft sein, den Faserlauf quer zum Falzbruch zu wählen.

Mehrfarbendrucke sollten in allen Verfahren zur Erzielung eines guten Passers und um eine störungsfreie Druckabwicklung zu gewährleisten, auf Papieren in Schmalbahn hergestellt werden. Breitbahn sollte für Mehrfarbendrucke nur ausnahmsweise genommen werden, wenn es etwa die spätere buchbinderische Verarbeitung notwendig erscheinen lässt.

Möglichkeiten zur Feststellung der Laufrichtung

 

  • Reißprobe: Man reißt das rechtwinklig geschnittene Papierblatt in beiden Richtungen ein. In der Faserrichtung (Laufrichtung) geht das Reißen leichter vor sich und der Einriss wirkt gerade, während in der Querrichtung parallel zur Bahnbreite beim Einreißen ein größerer Widerstand festzustellen ist und der Einriss ungleichmäßiger verläuft.
  • Nagelprobe: Man zieht die Kanten des zu prüfenden Papierbogens in beiden Richtungen zwischen den Nägeln des Daumens und des Zeigefingers hindurch. In der einen Richtung ergeben sich dabei stärkere Wellen, es ist die Bahnbreite. Der Faserlauf geht parallel mit der glatten Kante des Bogens. Siehe oben stehende Abbildung.
  • Biegeprobe: Wird hauptsächlich bei Kartonsorten angewendet. Man schneidet zwei gleich große längere Streifen, den einen aus der Längs- und den anderen aus der Querrichtung des Bogens, und legt sie aufeinander. Wenn die Streifen an der unteren Seite gehalten und hin und her bewegt werden, so erweist sich der eine als biegsamer. Bei dem Streifen mit geringerem Neigungswinkel verläuft die Faser in der Längsrichtung.
  • Feuchtigkeitsprobe: Man feuchtet einen Abschnitt auf einer Seite leicht an, lege ihn mit der angefeuchteten Seite auf etwas Wasser oder hält ihn kurz in der Handfläche und das Papier rollt sich quer zur Laufrichtung.