Moiré-Effekt entfernen

Was ist ein Moiré-Effekt?

Der Moiré-Effekt macht sich bei der Überlagerung von regelmäßigen feinen Rastern durch zusätzliche scheinbare grobe Raster bemerkbar.

Diese sich ergebenden Muster, deren Aussehen den Mustern aus Interferenzen ähnlich ist, sind ein Spezialfall des Alias-Effektes durch Unterabtastung.

 

Wir haben mal eine kleine Animation erstellt zur Demonstration des Moiré-Effekt.

Vorkommen des Moiré-Effekt

  1. Die übereinander liegenden Raster mit gleicher Teilung sind gegeneinander verdreht. (Gegenseitiges Verschieben bewirkt lediglich lokale Helligkeits- oder Farbänderung (Farbdruck).)
  2. Die übereinander liegenden Raster haben untereinander minimal ungleiche Teilung.
  3. Die übereinander liegenden Raster ungleicher Teilung sind zusätzlich gegeneinander verdreht.

Scannen bereits gedruckter Vorlagen und Bilder

Moiré-Effekt entfernen

Scanner im höheren Preisbereich bzw. manche Scanner-Software bietet die Möglichkeit des „DeScreening“ zu deutsch „Entrasterung“. Sollte dies der Fall sein, ist diese Möglichkeit auf jeden Falle der im weiteren beschriebenen „Handarbeit“ vorzuziehen – oder auf jeden Fall zu testen und zu vergleichen.

Sollte keine DeScreen-Software vorhanden sein gelten folgende FAUSTREGELN: Je geringer die Vorlage-Rasterung ist desto schlechter funktioniert das nun folgende:(min. 60er Raster – beim Zeitungsraster sind die Ergebnisse eher erbärmlich)

  1. Scanvorlage gerade im Scanner ausrichten – nachträgliches Software-Drehen verstärkt nur noch den Moiré-Effekt. Besser den Deckel noch x-mal auf- und zumachen (zur Not ein Papp-Lehre anfertigen) als Software-Drehen: dies „verbiegt“ wieder jedes einzelne Pixel.
  2. Gescannt wir mit maximaler physikalischer Auflösung des Scanners – sofern dies die Rechnerkapazität bei entsprechender Bildgröße zulässt.
  3. Diese (monster-) Datei im Photoshop mit dem „Gauß’schen Weichzeichner“ soweit bearbeiten, dass das störende Moiré verschwindet – Geduld!
  4. Man sollte zu diesem Zeitpunkt noch keine weiteren Korrekturen vornehmen, weil es einfach ewig dauert …
  5. Das (unscharfe) Bild jetzt über „Bildgröße“ auf die Ausgabeauflösung herunter rechnen. (Faktor 2 ~ 300 dpi). Das Bild müsste jetzt bereits wieder etwas schärfer erscheinen.
  6. Jetzt kann man versuchen mit „Scharfzeichnen“ oder „unscharf maskieren“ wieder Schärfe in das Bild zu bekommen.
  7. Danach kann mit der weiteren Farb- Tonwertkorrektur weiter gearbeitet werden.
  8. MERKE: Erst ganz zum Schluss der Bildbearbeitung in den CMYK-Modus wechseln (weil z.B. die automatische Tonwertkorrektur oder Gradationskurven nur mit RGB-Daten vernünftig arbeiten.)

Was jetzt herausgekommen sein sollte ist zwar immer noch nicht perfekt – sollte aber für die meisten Alltagsaufgaben ausreichen.

WICHTIG: Auf jeden Fall sollte aber versucht werden eine Original-Vorlage (Photo) zu erhalten bevor man sich an die o.g. Schritte macht.
Gerade bei hochwertigen Drucken ist das Original unerlässlich!!!

Das hier gezeigte Verfahren ist lediglich eine NOTLÖSUNG, die aber in der Praxis leider sehr oft angewendet werden muss.
Bei hohem Scanaufkommen ist es auf jeden Fall empfehlenswert einen (CMYK-) MidRange-Scanner mit DeScreen-Funktion anzuschaffen.

Diese Informationen zum Moiré-Effekt und die Entfernung der Problematik haben wir als PDF zum Download und/oder ausdrucken für Sie bereitgestellt.

Quick-Tipp zu Moiré-Effekt

Für wenn diese 8 Schritte zu kompliziert oder zu unverständlich sind, haben wir noch einen Quick-Tipp zum entfernen der Moiré-Problematik.
Scannen Sie Ihre Bilder im 45° Winkel ein somit können die meisten Bilder verwendet werden.