Gute Fotos sind keine Kunst

Gute Fotos sind keine Kunst

Hobbyfotografen gibt es schon, solange es die Fotografie gibt. Zu keiner Zeit wurde aber so viel fotografiert wie heute. Schnappschüsse und Selfies überschwemmen die sozialen Medien, das Schnitzel auf dem Teller, die gelungene Geburtstagstorte – oder die Katze im Bett, kein Motiv wird ausgelassen. Hauptsache, es gibt die ersehnten Likes der Follower. Dabei waren Fotos einst etwas Besonderes. Sie hielten ein einmaliges Ereignis, eine Erinnerung für die Ewigkeit fest. Diesem Anspruch werden die Handyschnellschüsse von heute nur selten gerecht.

Fotogeschenke sorgen für anhaltende Freude

Meist sind bei den unzähligen Aufnahmen nur wenige gute Fotos dabei, mit denen man sich selbst und anderen eine Freude machen kann. Denn nur mit guten Bildern lassen sich wundervolle Fotogeschenke gestalten. Als Wandbild oder Poster, auf einer Tasse oder als Handyhülle begleiten sie den Beschenkten lange Zeit und sorgen jeden Tag aufs Neue für Begeisterung. Vorausgesetzt das Foto überzeugt. Zum Glück erlaubt die digitale Technik unzählige Versuche, bis Motiv, Farben, Tiefenschärfe und Licht stimmen. Letztlich macht eben nur Übung den Meister!

Der Goldene Schnitt

Der Goldene Schnitt in der Natur

Es gibt einige Grundregeln, die man dabei beachten sollte. Ein gutes Bild braucht in erster Linie den „Goldenen Schnitt“. Dabei geht es um harmonische Proportionen, die ein Gefühl von Schönheit vermitteln. Der Goldene Schnitt bestimmt das Teilungsverhältnis zweier Größen zueinander. Eine Strecke wird so unterteilt, dass das Verhältnis der kleineren Strecke zur größeren Strecke genau dem Verhältnis der größeren Strecke zur Gesamtstrecke entspricht. Für Anfänger in der Fotografie übertragen heißt das: Man stellt sich den Bildausschnitt in neun gleich großen Quadraten vor und platziert das Hauptmotiv, zum Beispiel ein Gesicht, nicht in der Mitte, sondern im oberen oder unteren, im rechten oder linken Drittel des Bildausschnitts.

Blickwinkel und Perspektive bestimmen die Bildwirkung

Blickwinkel und Perspektive bestimmen die Bildwirkung

Auch die Perspektive ist wichtig. Es macht einen Unterschied, ob man ein Motiv frontal ablichtet oder schräg von oben oder unten. Der Blickwinkel beschreibt die Entfernung zum Motiv. Auch hier ist die Bildwirkung eine andere, wenn man das Motiv lediglich heranzoomt oder sich ihm mit der Kamera und dann kürzerer Brennweite nähert. „Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran“, soll der berühmte Fotograf Robert Capa gesagt haben. Er verstand wie kaum ein anderer den entscheidenden Moment einzufangen. Im Zweifel sollte man sich also immer für mehr Nähe zum Hauptmotiv entscheiden.

Eine Sache des richtigen Lichts

Fotos im richtige Licht schießen

Das Licht spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle für die Bildwirkung. Lichtintensität und Einfallswinkel können ein und dasselbe Motiv ganz unterschiedlich aussehen lassen. Steht die Sonne im Rücken des Fotografen, wird das Motiv wie bei Blitzlicht frontal beleuchtet. Damit entstehen kaum Schatten und die Bilder wirken eher flau. Kommt das Licht von der Seite, ist die Schattenbildung stark. Schatten geben dem Bild Tiefe und lassen zum Beispiel Landschaftsaufnahmen aufleben. Unschöne Schatten entstehen, wenn das Licht direkt von oben oder unten kommt.

Am besten probiert man die unterschiedlichen Elemente, die für die Wirkung eines Bildes ausschlaggebend sind mit einem festen Motiv so lange aus, bis das Ergebnis den eigenen Erwartungen entspricht. Dann ist das nächste Fotobuch garantiert eine gelungene Überraschung, die allen darin Abgelichteten viel Freude bereitet.

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