Vorlagen Satzspiegel und Gestaltungsraster

Satzspiegel – Gestaltungsraster anlegen für ein harmonisches Layout

Ein gelungenes Layout fesselt die Aufmerksamkeit des Lesers und stellt die zentralen Inhalte in den Fokus. Der Satzspiegel und damit einhergehend das Gestaltungsraster sind unverzichtbar, um die Lesefreundlichkeit zu erhöhen. Warum benötigst du sie, wie erleichtern die Elemente dem Leser das Erfassen der Inhalte und welche essenziellen Bestandteile gehören dazu?

Was ein Gestaltungsraster?

Ein Gestaltungsraster sorgt für das optimale Zusammenspiel der Bild- und Textelemente, ermöglicht es, wichtige Elemente sinnvoll anzuordnen und erlaubt schnelle und einfache Korrekturen. Bevor du das typografische Raster anlegst, setzt du das Format sowie den Satzspiegel fest. Dieser ist somit Basis eines jeden Gestaltungsrasters.

Was ist ein Satzspiegel und welche Elemente umfasst er?

Als Satz- oder Schriftspiegel wird die Fläche einer bedruckten Seite bezeichnet. Innerhalb dieser Fläche ordnest du den Inhalt, sprich, Textfelder und Bilder an. Dafür teilst du die Seitenfläche in kleinere Areale auf und trennst sie durch den sogenannten Steg, den Zwischenraum zwischen den Feldern.

Aus dem Schriftspiegel ergeben sich folglich die Anzahlen der Spalten sowie die Abstände zum Seitenrand. All dies wiederum wirkt sich auf die ästhetische Qualität der Seite aus: Zu enge Ränder wirken gedrungen, zu breite nutzen dagegen die Seite nicht vollständig aus. Ein durchdachter Schriftspiegel ist damit eine optimale Mischung zwischen Wirtschaftlichkeit und Designaspekten.

Welche Stege gibt es bei einem Gestaltungsraster?

Die Ränder zwischen der bedruckten Fläche und dem eigentlichen Schriftspiegel werden als Stege bezeichnet. Du benötigst vier Stege:

  • Innensteg, auch als Bundsteg bezeichnet, in der Seitenmitte,
  • Kopfsteg am oberen Seitenrand, inklusive Kopfzeile,
  • Außensteg, die äußere Seitenkante, inklusive Marginalien (Randbemerkungen),
  • Fußsteg am unteren Seitenrand, inklusive Fußzeile.

Innen- und Außensteg stehen in der Regel im Verhältnis 1.2 zueinander. Da sich die Innenseiten eines Printprodukts berühren, fallen die Seiten üblicherweise schmaler aus als die Randseiten. Die jeweiligen Innenstege wirken so wie eine Einheit in doppelter Breite.

Welche unterschiedlichen Satzspiegel gibt es?

Die Wahl des Schriftspiegels hängt eng mit der Art der Publikation zusammen: Eine Magazinseite oder eine Broschüre verfügen über mehr Gestaltungselemente als eine Buchseite. Die Ränder können daher enger ausfallen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen vier Arten:

Der goldene Schnitt

Die klassische Methode stammt aus der Renaissance. Sie erzielt ein natürliches, angenehm zu betrachtendes Layout und wird seit Jahrhunderten bei der Gestaltung eingesetzt.

Die Diagonal-/Linienkonstruktion

Bei dieser Alternative zum goldenen Schnitt erzeugen diagonale Linien einen Schriftspiegel von variabler Endgröße. Du ziehst zunächst zwei Diagonalen über eine Doppelseite und anschließend jeweils eine innerhalb der Einzelseiten, jeweils vom äußeren unteren Seitenbereich zum inneren oberen Bereich.

Die einfache Zahlenreihe

Mit den Zahlenreihen 2:3:4:5 und 2:3:4:6 legst du auf simple Art und Weise die Proportionen der vier Stege fest. Hierbei lässt du allerdings das Verhältnis des Papierformats außer acht.

Die Neunerteilung

Du teilst Höhe und Breite der Seite in jeweils neun gleich große Teile auf: 1/9 der Breite für den Bundsteg, 2/9 für den Seitensteg, 1/9 der Höhe für den Kopf-, 2/9 für den Fußsteg. Das Satzspiegelrechteck entspricht mit dieser Methode den Proportionen der Seite. So ergibt sich eine harmonische, ästhetische Seitenaufteilung.

Vorlagen für Satzspiegel nach Goldener Schnitt

Vorlage für Satzspiegel nach Goldener Schnitt
Digital Publishing

5 Dinge, die du über Digital Publishing wissen solltest | Gastbeitrag

Digital Publishing ist ein Schlagwort, das in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Das wird ersichtlich durch die sinkende Bedeutung gedruckter Zeitungen und den rasanten Aufstieg von Online Portalen und digitale Formaten. In diesem Artikel erfährst du fünf wichtige Aspekte, die du über Digital Publishing wissen solltest.

1. E-Books vs. gedruckte Bücher – wer hat die Nase vorn?

Digital Publishing Ebooks vs Books

Der Trend weg vom gedruckten und hin zum digitalen Text ist seit Jahren zu beobachten und hat sich dank neuen digitalen Lesehilfen wie E-Readern und Responsive Design wesentlich beschleunigt. Nicht nur beim Konsum von Nachrichten, sondern auch bei der Lektüre von Büchern ist diese Entwicklung immer offensichtlicher geworden.

Die Vorteile liegen auf der Hand, kannst du doch mit einem E-Reader potenziell tausende von Büchern lesen und musst nicht jedes Mal überlegen, was du mit einem gelesenen Buch machen sollst. Gleiches gilt für Nachrichten, die du online jederzeit und praktisch in Echtzeit lesen kannst – ganz im Gegensatz zur gedruckten Tageszeitung.

Doch wie sieht es Stand heute aus: Haben gedruckte Texte noch die Nase vorn oder haben digitale Formate bereits zum Siegeszug angesetzt?

Statistiken von PwC zeigen, dass in den USA E-Books bereits mehr jährlichen Umsatz erzielen als gedruckte Bücher und Hörbücher zusammengenommen. Das Gleiche gilt aber noch nicht für den deutschsprachigen Markt: Hier scheinen E-Books noch einen etwas schwereren Stand zu haben und das gedruckte Buch liegt noch klar vorne.

Alles in allem zeichnet sich also ein gemischtes, wenn auch sehr dynamisches Bild und Publisher tun gut daran, schnell auf den digitalen Zug aufzuspringen.

2. Die Herausforderungen von Digital Publishing

Digital Publishing bezeichnet den Prozess, Inhalte wie Text, Bilder oder Videos auf verschiedenen digitalen Formaten zu veröffentlichen und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Dazu können Blogs, News-Portale, Online-Shops oder Apps gehören. Entsprechend wird Digital Publishing häufig auch als Cross Media Publishing bezeichnet.

Die große Herausforderung von Digital Publishing liegt also einerseits darin, Inhalte zu erstellen, die für den Online-Konsum geeignet sind. Andererseits gibt es aber auch viele technische Herausforderungen, die sich stellen:

  • Wie können Inhalte möglichst neutral erstellt und gespeichert werden, sodass sie später für das gewünschte Medium angepasst werden können?
  • Wie kann der Veröffentlichungsprozess möglichst automatisiert werden, sodass Layout und Format nicht für jedes Medium individuell erstellt und eingepflegt werden müssen?

Bei diesen Fragen gilt es als Digital Publisher geeignete Software-Lösungen wie ein Product-Information-Management-System (PIM) zu finden, die dir die Arbeit erleichtern. Das Ziel sollte nämlich sein, dass du dich möglichst auf die Inhalte und weniger um die technischen Aspekte kümmern musst.

3. Layout und Design – digital ist vieles anders

Viele Grafiker und Mediendesigner mit einem Hintergrund in Buch- oder Zeitungsdruck denken, dass sie ohne weiteres den Schritt in die digitale Welt wagen können. Dabei vergessen viele, dass es online ganz eigene Regeln und Gesetze gibt, was Layout, Design und Formatierung angeht.

Schließlich ist das Leseverhalten bei digitalen Medien komplett anders als zum Beispiel bei der Lektüre einer Zeitung oder eines gedrucken Buchs. So sind digitale Texte nicht nur generell kompakter und kurzweiliger zu gestalten, auch bezüglich Absätzen, Schriftgröße und Einzügen gilt es im modernen Digital Publishing einiges zu beachten.

So werden zum Beispiel bei digitalen Texten überwiegend serifenlose Schriftarten eingesetzt, während im gedruckten Format häufig Serifenschriften den Vorzug erhalten. Dies und mehr muss ein digitaler Mediendesigner wissen.

4. Monetarisierung durch Paywalls – ein gutes Mittel?

Ein kritischer Punkt im Digital Publishing ist stets die Frage nach der richtigen Monetarisierung. Schließlich muss die Erstellung und Verbreitung von Inhalten bezahlt werden, auch wenn das Drucken physischer Texte wegfällt.

Hier zeigt sich eine der zentralen Herausforderungen der Branche, denn der Schritt von bezahlten “analogen” Texten wie Büchern und Zeitungen, hin zu digitalen Formaten ist nicht immer so einfach.

Das Problem liegt nämlich in erster Linie darin, dass gemäß einer Studie des Reuters Institute for the Study of Journalism nur knapp jeder zehnte Leser bereit ist, für den Konsum von digitalen Testen zu bezahlen. Paywalls können deshalb zwar einige Einnahmen generieren, schrecken aber gleichzeitig neun von zehn potenziellen Lesern ab.

Auch wenn diese Studie in erster Linie den Konsum von Nachrichten und die Schwierigkeit, Online-News in Wert zu setzen, untersucht hat, so ist es auch im Bereich des E-Book-Publishings eine Herausforderung, Leser zu größeren Ausgaben zu motivieren.

5. Der schnelle Rhythmus im Digital Publishing

Ein wichtiger Unterschied zwischen Digital Publishing und analoger Texterstellung liegt im Publikationsrhythmus. Während gedruckte Medien meist in regelmäßigen Tages-, Wochen- oder Monatszyklen erscheinen, so sind digitale Texte viel schnelllebiger.

Egal ob News, Blog- oder Social Media-Beitrag – der Puls im Digital Publishing schlägt schnell und wer mit diesem Rhythmus nicht mithält, läuft schnell Gefahr, abgehängt zu werden. Denn das digitale Leseverhalten unterscheidet sich fundamental vom ursprünglichen Konsum von gedruckten Zeitungen, Zeitschriften oder Büchern.

Zum Schluss hier noch einige zusätzliche Aspekte, die im Digital Publishing zu beachten sind:

  • Personalisierung von Inhalten und Zielgruppenerweiterung
  • Schnelles Erkennen von inhaltlichen und technologischen Trends
  • Häufiges Erstellen und Testen von neuen Content-Strategien
  • Erstellen von dynamischen Inhalten
  • Zunehmende Bedeutung des Video-Formats